Währungsrisiko bei Finanzierung in Schweizer Franken als Fremdwährungsdarlehen

Bei riskanten Fremdwährungsdarlehen haben Bankkunden in vielen Fällen Ansprüche auf Schadensersatz.

Völlig unerwartet hat die SNB am 14.01.2015 verkündet, die Deckelung des Franken zum Euro aufzuheben. Damit hat die Schweizer Nationalbank (SNB) für Überraschung und Aufregung bei vielen Anlegern in Fremdwährungsdarlehen gesorgt. In einer ersten Reaktion der Märkte fiel der Eurokurs zum Schweizer Franken über 20%.

Der deutliche Kursanstieg des Schweizer Franken führt zu erheblichen Verlusten bei einer großen Zahl von Krediten, die über Schweizer Franken finanziert worden sind. Damit zeigt sich wieder einmal, dass Fremdwährungsdarlehen in vielen Fällen unkalkulierbare Risiken mit sich bringen. Betroffene und geschädigte Kunden von Banken und Kreditinstitutionen stellen sich nun die Frage, ob ihr Kreditvertrag gekündigt werden kann und welche weiteren rechtlichen Möglichkeiten bestehen.

Darlehen in Schweizer Franken wurden oft als Immobilienkredite angeboten und abgeschlossen. Kunden die ein solches Darlehen in Schweizer Franken aufgenommen haben, müssen das Darlehen in Euro zurückzahlen. Aufgrund des nun eingetretenen Risikos eines stark steigenden Schweizer Frankens, sehen sich Kreditnehmer jetzt höheren Rückzahlungsverpflichtungen ausgesetzt.

Banken haben die Verpflichtung auf Risikofaktoren wie schwankende Wechselkurse und eine unsichere Renditentwicklung hinzuweisen. Dies muss auch in entsprechender Weise dokumentiert werden. Ist dies nicht durchgeführt worden und kann die Bank nicht beweisen, dass der Kreditnehmer aufgeklärt wurde, bestehen Chancen auf einen Vergleich.

Falschberatung bei Fremdwährungsdarlehen

Sollte eine nicht ausreichende Beratung oder eine Falschberatung vorliegen, kann dies grundsätzlich zu einer Rückabwicklung beim Fremdwährungsdarlehen führen. Wurde Ihnen keine Hinweise auf die Tatsache gegeben, dass Sie mit einem Fremdwährungsdarlehen eine nicht kalkulierbare Wette auf die Wechselkursentwicklung eingehen, stehen Ihnen Ansprüche auf Schadensersatz gegen ihre Bank bzw. ihr Kreditinstitut zu.

Widerruf bei Fremdwährungsdarlehen

Insbesondere können auch fehlerhafte Widerrufsbelehrungen die gleiche Rechtsfolge haben, da in diesen Fällen die Frist für eine Widerrufserklärung nicht abgelaufen ist.

Durch die Entscheidung der SNB kam es auch zu Problemen in den Fällen bei denen ein Stop Loss ausgelöst wurde, da von einigen Banken erklärt wurde, dass kurz nach Verkündung der SNB Entscheidung keine bestimmten handelbaren Kurse festgestellt hätten werden können.

Zusammenfassend kann betroffenen Darlehensnehmern von Schweizer Franken nur geraten werden, den konkreten Fall durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Anfrageformular an Anwaltskanzlei Herfurtner

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